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Der MC-Vorverstärker MCA-10 von Ortofon löste den MCA-76 ab, welcher auch 1976 zusammen mit dem MC 20 als Spitzenmodell erschien. War der MCA-76 netzbetrieben, wurde der MCA-10 mit zwei AA-Batterien versorgt. Diese halten recht lange, da der Stromverbrauch nur sehr gering ist. Damit entfiel die Problematik, den Verstärker vor Brummeinstreungen zu schützen. Der MCA-10 wurde oft als Set mit dem MC 10 angeboten, aber auch einzeln erhältlich. Er war zudem auch der letzte Vorverstärker von Ortofon, welche seitdem nur noch Übertrager für MCs anbieten. Der MCA-10 wurde in etwa von 1978-82 angeboten. Die Schaltung ist eigentlich recht simpel, zwei Transistoren verstärken als Impedanzwandler, gepuffert mit großen Elkos. Ich bin noch dabei, einen Schaltplan abzunehmen, es gibt im Netz leider keine nähere Dokumentation als die Werksdaten zum MCA-10. Mir gefiel der MCA-10 im Vergleich zu Übertragern wie Ortofon T-20 oder T-30 besser, mit einer klareren Feinauflösung, wo die Übertrager immer im leichten Nachteil waren. Auch heute werden diese beiden Übertrager recht hoch gehandelt, während der MCA-10 noch überschaubar bleibt. Ich hatte schon viele Jahre ein Exemplar, welches durch den Yamaha CX-70 "arbeitslos" wurde und in Reserve blieb. Durch den Wiedereinsatz meines Toshiba SY-C15 war der Bedarf wieder da, sogar noch der zu einem zweiten MCA-10. Beide wurden mit neuen Elkos, Folienkondensatoren und Metallfilmwiderständen etwas modernsiert. Je nach Eingangsimpedanz reicht die Übertragungsbandbreite von 430 kHz bis 900 kHz, damit ist eine exakte Übertragung der feinen MC-Signale gesichert.  Der Rauschabstand mit ca. 66 dB ist zwar nicht gerade "berauschend" liegt aber immer noch unterhalb des Laufgeräuschpegels einer Schallplatte, wo selbst die allerbesten Pressungen 60dB nicht unterbieten können, eher weniger. Damit ist auch der MCA-10 immer noch recht modern und eine preisgünstige Alternative zu Übertragern.

 

 Ortofon MCA-10_1

Der MCA-10 im Orignalzustand. Der Radioschalter sorgt für eine Umgehung des Verstärkers und beim Einschalten wird die Batteriestromversorgung mitsamt der Spannungsanzeige eingeschaltet, gleichzeitig der Verstärker in den Signalweg geschaltet. Die Frakos sind hier eher unkritisch, dennoch habe ich sie ausgetauscht, da die Frakos auch kritisch bei Alterung werden können.

 

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Hier der Neuaufbau mit Metallfilmwiderständen, Elkos statt Tantalkondensator und neuen Folienkondensatoren, rechte Hälfte, die linke Hälfte ist noch weitgehend Original. Auch die Transistoren wurden getauscht, gegen Schalttransistoren, weil diese schnellere Ansprechzeiten haben.

 

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Die Elkos wurden auf der Unterseite mit Siemens MKH gebrückt, welches den hohen Frequenzen zu Gute kommt. Am Aufkleber erkennt man, das dieses Exemplar am 27.08.1980 gefertigt wurde.

 

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Hier die bereits fertig gestellte Bestückungsseite. 

 

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Mein schon dienstälteres Exemplar von 1979 behielt die Tantalkondensatoren, bei denen auch nicht wirklich eine Notwendigkeit zum Tausch besteht, sie funktionieren einwandfrei.

 

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Bei dem jüngeren Exemplar von 1980 gab es gelegentliche Kontaktaussetzer, daher baute ich neue Buchsen ein, die Kontaktprobleme sind weg.

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Die beiden AA-Batterien ("Babyzellen") befinden sich im rechten Teil, welcher als rastbarer Einschub ausgeführt ist.

 

Ortofon MCA-10_10

Hier verrichten beide MCA-10 ihren Dienst am Toshiba SY-C15 Vorverstärker. Je einer pro Phonoanschluß, damit kann direkt zwischen zwei mit MC-Tonabnehmern bestückten Plattenspielern umgeschaltet werden. Klanglich können beide überzeugen und passen gut in die Kette.